AWO Tegernheim feiert 100 jähriges Gründungsfest

Bild zeigt Kreisvorsitzende Olga Wesselsky und einige der Besucher an den Stellwänden, an denen die 100-jährige Geschichte der AWO dargestellt wurde.

 

Bildungsreich und vergnüglich“

AWO Tegernheim blickte bei Vereinsfest auf 100 Jahre Verbandsgeschichte

 

Ganz im Zeichen der 100-jährigen Gründung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) stand das diesjährige Vereinsfest im Dorfgasthaus Federl/Scheck. Erfreut zeigte sich Vorsitzender Reinhard Peter, dass trotz des schönen Wetters zahlreiche Mitglieder und Gäste erschienen waren.

 

Sein besonderer Gruß galt der Kreisvorsitzenden Olga Wesselsky sowie den Gemeinderätinnen Sandra Scheck und Heidi Federl und Tegernheims drittem Bürgermeister Herbert Wesselsky sowie den Ehrenmitgliedern und Gästen. Angesichts der fünf großen Bildtafeln und des angekündigten Films über die 100-jährige Geschichte der AWO wünschte der Vorsitzende einen „bildungsreichen und vergnüglichen“ Nachmittag.

Gegen das Elend der Kinder nach dem großen Krieg

Nach einer Stärkung mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen wurde in einem rund halbstündigen Film die Geschichte der AWO von ihrer Gründung bis in die jüngste Zeit dargestellt. Die Idee zur Gründung durch die Reichstagsabgeordnete Marie Juchacz am 13.Dezember 1919 stand ganz im Zeichen des großen Elends der arbeitenden Menschen und ihrer Kinder in der Zeit nach dem 1.Weltkrieg. Die AWO wollte vor allem Hilfe zur Selbsthilfe und eine verbesserte Sozialgesetzgebung bewirken. Unter ihrer Vorsitzenden Marie Juchacz gründeten sich bald in ganz Deutschland AWO-Unterorganisationen sowie verschiedene Einrichtungen der Jugendfürsorge und Schulungsstätten. Nach dem Verbot durch die Nazis im Jahre 1933 musste Marie Juchacz fliehen und unterstützte später von ihrem amerikanischen Exil aus erneut die Menschen in ihrer Heimat. Heute ist die AWO einer der großen Sozialverbände mit zahlreichen Einrichtungen in ganz Deutschland.

Im Anschluss an den Film hob die Kreisvorsitzende hervor, dass es für eines der reichsten Länder der Erde beschämend sei, dass auch heute noch Kleiderkammern, Tafeln und Armenküchen wie vor 100 Jahren notwendig sind.

Über 150 Einrichtungen im AWO-Bezirksverband

Die AWO-Niederbayern/Oberpfalz unterhalte derzeit rund 150 Einrichtungen in fast allen sozialen Bereichen. Neben 1800 ehrenamtlichen Helfern kümmern sich derzeit etwa 2400 Mitarbeiter um Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren.

Unter anderem betreut die AWO in der Stadt und im Landkreis Regensburg Schulkinder in Bach, Hemau und Tegernheim und besitzt drei Seniorenheime. Zum Abschluss ihrer Ausführungen bedankte sich die Kreisvorsitzende, dass der Ortsverein die Initiative zur Benennung einer Straße nach Marie Juchacz aufgegriffen habe und der Tegernheimer Gemeinderat einstimmig eine Straße nach der Gründerin der AWO und engagierten Frauenrechtlerin benannt hat.